Altmaier korrigiert mit später und überfälliger Prognose den Strombedarf für 2030 nach oben

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Altmaier korrigiert mit später und überfälliger Prognose den Strombedarf für 2030 nach oben

Lange galt im Bundeswirtschaftsministerium das Narrativ der großen Energieeffizienzsprünge, um den zukünftigen Strombedarf zu decken. Zum Ende der Legislaturperiode räumte der Bundeswirtschaftsminister nun ein, den zukünftigen Strombedarf unterschätzt zu haben. Die bisher veranschlagten 580 Terawattstunden Strom werden den Bedarf in Deutschland im Jahr 2030 nicht decken können.

Der Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) beharrte lange auf den prognostizierten 580 Terawattstunden. Diese Verbrauchsprognose wurde schon seit Längerem von mehreren Seiten kritisiert. Nun musste der Bundeswirtschaftsminister eingestehen, dass spätestens mit den schärferen Klimazielen die Aussicht auf einen konstanten Strombedarf beim massiven Ausbau der E-Mobilität, elektrifizierten Heizungssystemen und alternativen Kraftstoffen nicht mehr zu halten ist. Die im novellierten Bundes-Klimaschutzgesetzes neuen CO2-Minderungsziele haben den Handlungsdruck ebenfalls noch einmal deutlich verschärft. Nach den konservativen Schätzungen des Bundeswirtschaftsministeriums wird der Strombedarf wahrscheinlich um bis zu 15 Prozent höher ausfallen, als bisher veranschlagt.

„Die späte Erkenntnis des erhöhten Strombedarfs wird selbstredend auch einen beschleunigten Ausbau von Wind- und Solarenergie nach sich ziehen müssen“, sagt Dr. Christian Herz, AWE-Vereinsvorstand. Die Ausbaupfade für Wind- und Solarenergie müssen folglich ebenso forciert werden, wie der Ausbau der Netzinfrastruktur. Es bleibt an der Bundesregierung der nächsten Legislaturperiode, verbindliche und konkrete Maßnahmen zu definieren, wie schnellere Flächenzuweisung, beschleunigte Genehmigungsverfahren und das Repowering alter Windenergieanlagen.

Die nachhaltige und sozialverträgliche Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energien kann nur gelingen, wenn breite Bevölkerungsgruppen daran teilhaben können. „Der AWE spricht sich daher entschieden für die Stärkung und Vertretung der Interessen von Anlegern durch hundert Prozent faire, transparente und demokratische Verhältnisse bei Anlageformen im Windenergie-Sektor aus.“, so Dr. Herz.