IPCC: Kritische Schwelle der Erderwärmung könnte bereits 2030 erreicht werden

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IPCC: Kritische Schwelle der Erderwärmung könnte bereits 2030 erreicht werden

Der UN-Weltklimarat hat in seinem sechsten Sachstandbericht eine erneute Prognose für die zukünftige Entwicklung der Erderwärmung abgegeben.  Demnach könnte bereits in neun Jahren der Anstieg der globalen Mitteltemperatur die Marke von 1,5 Grad überschreiten. Die Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien wird dabei noch dringender.

Vor 30 Jahren wurde der erste Bericht des Weltklimarats IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlicht. Bereits damals wurde auf die steigende Erderwärmung hingewiesen. Seitdem werden alle sechs Jahre die Ergebnisse der weltweiten Klimaforschung zusammengefasst und publiziert. Am vergangenen Montag wurde nun der erste Teil des sechsten Tatsachenberichts vorgelegt, für den über 200 Wissenschaftler aus der ganzen Welt insgesamt 14.000 Studien ausgewertet haben.

Der Bericht enthält im Grunde keine großen Überraschungen, jedoch sind vorsichtige Formulierungen zum Klimawandel nunmehr sehr klar durch wissenschaftliche Gewissheit ersetzt worden. Der menschengemachte Klimawandel kann mittlerweile nicht mehr bestritten werden. Folglich ist ebenso bekannt, dass die Erde sich umso mehr aufheizt, desto mehr Treibhausgase, wie Kohlenstoffdioxid (CO2), in die Atmosphäre emittiert werden. So ist die globale Mitteltemperatur im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 1,1 Grad gestiegen, in Deutschland sind es sogar  bereits 1,6 Grad. Eine neue und gravierende Erkenntnis ist jedoch, dass dieser Trend sich beschleunigt hat. So wird sich, der Studie folgend, die Erderwärmung bereits im Jahr 2030 auf 1,5 Grad belaufen.

Im Pariser Klimaschutzabkommen haben sich die meisten UN-Mitgliedsstaaten  völkerrechtlich dazu verpflichtet, das 1,5 Grad Ziel zu halten. Der Sachstandbericht zeigt demnach einen enormen Handlungsbedarf bei der Reduzierung von Treibhausgasemissionen auf. Einen deutlichen Vorgeschmack auf die Auswirkungen des Status Quo lieferten die vielen Fluten oder die durch Dürren verursachte Brände rund um die Welt in den vergangenen Wochen. Die Menschheit muss sich zukünftig auf mehr Naturkatastrophen einstellen, wenn nicht deutlich schneller die Treibhausgasemissionen  reduziert werden.

Dabei hängt der Erfolg des Klimaschutzes maßgeblich von der Schnelligkeit der Umsetzung der Energiewende ab und dem darin ausgedrückten politischem Willen. Die Verschärfung der Klimaschutzziele allein hilft dabei kein Schritt weiter, wenn -wie bisher – die notwendigen Taten ausbleiben. Als ein gesamtgesellschaftliches Projekt bedarf diese einer breiten Zustimmung in der Bevölkerung. Ohne eine Bürger-Energiewende kann keine nachhaltige und sozialverträgliche Umstellung der Energieversorgung auf Erneuerbare Energien gelingen.

Der AWE setzt sich für die Stärkung und Vertretung der Interessen von Anlegern durch hundert Prozent faire, transparente und demokratische Verhältnisse bei Beteiligungen  in Erneuerbare Energien aus. Nur durch die breite Übernahme ökologischer Verantwortung kann eine nachhaltige und gesamtgesellschaftliche Daseinsvorsoge gelingen.