Niedersachsen deckt eigenen Strombedarf erstmals komplett durch Erneuerbare Energien

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Niedersachsen deckt eigenen Strombedarf erstmals komplett durch Erneuerbare Energien

Eine energiewirtschaftliche Wende zeichnet sich in Niedersachsen ab: Zum ersten Mal hat das Bundesland seinen kompletten Energiebedarf durch umweltfreundliche Quellen gedeckt. Ein Zeichen für den Fortschritt, doch der Weg ist noch weit.

Im Jahr 2023 markierte Niedersachsen einen Meilenstein in der Energiewende, indem es seine gesamte Stromnachfrage durch regenerative Quellen deckte. Laut Berichterstattung von NDR erreichte das Bundesland eine Energieproduktion von etwa 50,8 Milliarden Kilowattstunden, wobei Windturbinen, Photovoltaikanlagen und Biogas maßgeblich zur Versorgung beitrugen. Diese Zahl übertraf den Verbrauch, der sich auf circa 50,5 Milliarden Kilowattstunden belief. Mit diesen Ergebnissen übertrifft Niedersachsen nicht nur den eigenen Bedarf, sondern auch den bundesdeutschen Durchschnitt, der die Energieversorgung lediglich zu 50 Prozent durch ökologische Stromquellen sicherstellt.

Expansion der Windenergie auf dem Vormarsch

Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer verkündete, dass die Landesregierung den Bau neuer Windenergieanlagen intensivieren möchte. Der Entwurf eines Windgesetzes ist in Arbeit, mit dem Ziel, die Erzeugungskapazitäten zu stärken und die Flächen für Windenergie zu verdoppeln. So soll der Anteil an Windvorrangflächen auf 2,2 Prozent ansteigen. Weiterhin plant das Bundesland, in den kommenden zwei Jahren die Kapazität von Offshore-Windparks zu erhöhen, was der Energieversorgung anderer Bundesländer, darunter Bayern, zugutekommen soll.

Europäische Perspektive und die Herausforderungen

Der Landesverband Erneuerbare Energien Niedersachsen mahnt jedoch zur Vorsicht und betont die Notwendigkeit, den Fokus nicht ausschließlich auf regionale Erfolge zu legen. Vielmehr gelte es, die Energiegewinnung und den Verbrauch im gesamteuropäischen Kontext zu sehen, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen. Der Ausbau erneuerbarer Energien müsse daher über die Landesgrenzen hinaus forciert werden.

Die regenerative Energieerzeugung in Niedersachsen übersteigt mittlerweile den Eigenbedarf und trägt damit zu einem Energieüberschuss bei, der zu 20,2 Milliarden Kilowattstunden quantifiziert wurde. Dieser Überschuss wird aktuell an andere Bundesländer verkauft und könnte in Zukunft auch als Grundlage für die Erzeugung von Wasserstoff oder als Reserveenergie in Kraftwerken dienen.


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