Akzeptanz durch Bürgerbeteiligung: Das planen die Bundesländer

By in
557
Akzeptanz durch Bürgerbeteiligung: Das planen die Bundesländer

Berlin, 14.08.2023 – Die Akzeptanz für Windparks in Deutschland ist von vielen Faktoren abhängig. Eine entscheidende Rolle spielen dabei die Anwohner und die umliegenden Gemeinden. Um diese in die Entscheidungsprozesse einzubeziehen und eine bessere Akzeptanz für Windparks zu schaffen, setzen mehrere Bundesländer auf verstärkte Bürgerbeteiligung.

Die Motivation hinter der Bürgerbeteiligung

Die Bundesländer haben erkannt, dass die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger für den Ausbau von Windparks von zentraler Bedeutung ist. Wie ERNEUERBARE ENERGIEN berichtete, zeigt eine Umfrage der Nachrichtenagentur DPA, dass Bundesländer wie Thüringen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen konkrete Schritte zur Einführung gesetzlicher Regelungen für Bürgerbeteiligung planen. Sie folgen damit dem Beispiel der Vorreiter Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg. Andere Bundesländer wie Bremen und Rheinland-Pfalz prüfen ebenfalls, ob sie eigene Regelungen einführen sollten.

Vielfältige Ansätze der Bundesländer

Die Bundesländer verfolgen unterschiedliche Ansätze, um die Akzeptanz von Windparks durch Bürgerbeteiligung zu steigern. Ein Beispiel ist Niedersachsen, das eine 0,2-Cent-Beteiligung pro erzeugte Kilowattstunde als Pflicht einführen möchte. Zusätzlich sollen Bürgerinnen und Bürger im Umkreis von fünf Kilometern die Möglichkeit erhalten, sich über ein spezielles Sparprodukt bei der Bank am Windpark zu beteiligen.

Nordrhein-Westfalen plant ein “Bürgerenergiegesetz”, das Betreibern vorschreibt, eine Beteiligungsgesellschaft zu gründen und mindestens 20 Prozent der Windparkanteile an die Kommunen und Bürger im Umkreis anzubieten. Alternativ dazu sind auch Stromlieferverträge zu regional günstigen Tarifen möglich.

In Thüringen wird derzeit über eine Regelung diskutiert, bei der sowohl Kommunen als auch Bürgerinnen und Bürger finanziell von neuen Windparks profitieren sollen. Hierbei sollen die Kommunen 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten, während Bürger mit 0,1 Cent pro Kilowattstunde beteiligt werden. Bei fehlender Einigung mit den Betreibern könnte eine Strafzahlung an die Kommunen fällig werden.

Herausforderungen und Chancen

Die Einführung gesetzlicher Bürgerbeteiligung an Windparks bringt Herausforderungen und Chancen mit sich. Während einige Bundesländer auf einheitliche Bundesregelungen pochen, setzen andere auf eigene Modelle. Die Vielfalt der Ansätze spiegelt die unterschiedlichen Bedürfnisse und Gegebenheiten der Regionen wider.

Letztlich geht es darum, die Akzeptanz für Windparks zu steigern, indem die Bürgerinnen und Bürger stärker in die Entscheidungsprozesse einbezogen werden. Wenn die Menschen direkt von den Gewinnen der Windparks profitieren können, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sie den Ausbau der erneuerbaren Energien unterstützen. Letztlich geht es darum, die Energiewende voranzutreiben und gleichzeitig die Akzeptanz in der Bevölkerung zu stärken.


Der Anlegerschutzverein WindEnergie AWE e.V. ist die Interessensvertretung von Anleger*innen im Windenergiebereich und Investments in erneuerbare Energien. Sie haben Fragen oder Interesse an unserer Arbeit oder einer Mitgliedschaft? Informieren Sie sich unter anleger-wind-energie.de/Mitgliedschaft über unsere Vereinsvision von hundert Prozent fairen, transparenten und demokratischen Verhältnissen bei Anlagen in erneuerbare Energien.