Erneuerbare Energien deckten im vergangenen Jahr erstmals den gesamten Anstieg des weltweiten Strombedarfs. Solar- und Windenergie verdrängten dabei die Kohle aus ihrer Spitzenposition. Doch die Entwicklung verlief nicht überall gleich.
Der globale Ausbau von Solar- und Windenergie erreichte 2025 einen historischen Meilenstein. Die Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien wuchs um 852 Terawattstunden und übertraf damit den weltweiten Verbrauchsanstieg von 849 Terawattstunden. China und Indien trieben diese Entwicklung maßgeblich voran. Die Denkfabrik Ember analysierte für ihre Studie Daten aus 91 Ländern, die etwa 93 Prozent des weltweiten Strombedarfs repräsentieren, wie die Onlineausgabe der Tagesschau berichtet.
Kohle verliert erstmals ihre Vormachtstellung
Der Anteil Erneuerbarer Energien am weltweiten Strommix stieg auf 33,8 Prozent. Erstmals in der modernen Geschichte übertrafen Solar-, Wind- und Wasserenergie damit die Kohleverstromung. Diese sank auf 33 Prozent der globalen Produktion.
Die Produktion aus fossilen Brennstoffen ging insgesamt um etwa 0,2 Prozent zurück. Das machte 2025 zu einem der wenigen Jahre dieses Jahrhunderts ohne Wachstum bei fossilen Energieträgern. In den vergangenen Jahrzehnten bedeutete steigender Strombedarf automatisch mehr fossile Stromerzeugung. Diese Ära scheint sich nun ihrem Ende zuzuneigen.
Solarenergie als Motor der Energiewende
Die Solarenergie erwies sich als treibende Kraft hinter dem Wandel. Sie legte um knapp 30 Prozent zu und deckte allein drei Viertel des gestiegenen Strombedarfs. Die Windenergieerzeugung wuchs um rund acht Prozent.
Zusammen deckten beide Energiequellen 99 Prozent des Nettoanstiegs der globalen Stromnachfrage. Ember erwartet zudem, dass Solar- und Windenergie in diesem Jahr die Kernenergie überholen werden. Die Atomstromproduktion stieg zuletzt lediglich um 1,3 Prozent.
China und Indien treiben den Wandel voran
Beide Länder verzeichneten 2025 erstmals in diesem Jahrhundert einen Rückgang bei der fossilen Stromerzeugung. In China betrug der Rückgang 0,9 Prozent, in Indien sogar 3,3 Prozent. Die Volksrepublik dominierte den weltweiten Solarausbau und verantwortete mehr als die Hälfte des globalen Wachstums in diesem Bereich.
China trug auch den größten Teil zum weltweiten Anstieg bei der Windenergie bei. Indien erreichte Rekordzuwächse sowohl bei der Solar- als auch bei der Windenergieerzeugung. Eine starke Wasserenergieleistung ergänzte diese Entwicklung.
USA als Gegenbeispiel
Die Internationale Energieagentur berichtete, dass der Solarausbau in Schwellenländern den Emissionsanstieg der Industrieländer nahezu ausglich. Die globalen energiebedingten CO₂-Emissionen stiegen um 0,4 Prozent. Erstmals seit 2018 legten dabei die Emissionen der Industrieländer wieder zu.
Die USA erwiesen sich als größter Treiber dieser Entwicklung. Hohe Gaspreise führten zu verstärkter Kohleverstromung. Gleichzeitig sank der Anteil Erneuerbarer Energien. Der Ausbau von Rechenzentren trieb die Energienachfrage auf den zweithöchsten Stand seit 2000.
Geopolitische Unsicherheiten beschleunigen den Wandel
Volatile Ölpreise und geopolitische Spannungen könnten die Energiewende weiter beschleunigen. Alexis Abramson von der Columbia University Climate School betonte, dass Solar- und Windenergie nicht von anderen Ländern abhängig seien. Dies adressiere sowohl wirtschaftliche als auch sicherheitspolitische Bedenken.
Die Studie zeigt: Saubere Energie kann den steigenden Bedarf wirtschaftlich decken. Gleichzeitig verringert sie Abhängigkeiten von internationalen Energiemärkten.
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