Der Ausbau der Windenergie erreichte 2025 einen historischen Höchststand. Die Genehmigungszahlen brachen alle bisherigen Rekorde. Doch ein entscheidendes Problem droht den Erfolg auszubremsen.
Die Windkraftbranche in Deutschland blickt auf ein außergewöhnliches Jahr zurück. Insgesamt gingen 958 neue Anlagen mit einer Gesamtleistung von 5.232 Megawatt ans Netz. Das bedeutet einen Zuwachs von 58 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Noch eindrucksvoller fiel die Bilanz bei den Neugenehmigungen aus: Mit 20.765 Megawatt erreichten die Behörden ein Allzeithoch. Diese Zahlen veröffentlichte die Fachagentur Wind und Solar.
Netzinfrastruktur wird zum Engpass
Trotz der positiven Entwicklung zeichneten sich ernste Probleme ab. Der Netzzugang für neue Projekte gestaltete sich zunehmend schwierig. Die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Bärbel Heidebroek, warnte vor mangelnden Kapazitäten.
Sie forderte eine dringende Modernisierung und Digitalisierung der Stromnetze. Ende 2026 stehe ein großer Zubau-Schub bevor. Dann würden die aktuell genehmigten Projekte realisiert. Ohne entsprechende Infrastruktur drohe ein Flaschenhals.
Sicherheit gewinnt an Bedeutung
Die Branche rechnete für 2026 mit einem weiteren Anstieg auf acht bis 8,5 Gigawatt Zubau. Mit dem wachsenden Ausbau stiegen jedoch auch die Anforderungen an die Sicherheit. Dennis Rendschmidt, Geschäftsführer beim VDMA, betonte die Notwendigkeit von Resilienz gegenüber geopolitischen Bedrohungen.
Die physische und digitale Absicherung der Anlagen müsse lückenlos funktionieren. Der kontrollierte Zugriff auf kritische Komponenten sei unerlässlich. Ein jüngster Anschlag in Berlin habe die Verwundbarkeit solcher Infrastrukturen verdeutlicht.
Windenergie als tragende Säule der Stromversorgung
Die Windkraft entwickelte sich zum wichtigsten Pfeiler der deutschen Stromerzeugung. Laut Branchenangaben soll sie 2025 zwischen 24 und 27 Prozent des gesamten Strombedarfs decken. Dieses Ergebnis erreichte die Branche trotz eines windschwachen Frühjahrs.
Für eine langfristige Absicherung der Energiewende forderten die Verbände grundlegende Reformen. Das bisherige Stromsystem sei noch auf unflexible Großkraftwerke ausgerichtet. Stattdessen brauche es Speicherlösungen, einen Ausbau der Wasserstoffwirtschaft und sogenanntes Cable Pooling. Bei diesem Konzept teilen sich mehrere Erzeugungsanlagen einen gemeinsamen Netzanschluss samt Infrastruktur.
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