Die Weltlage zeigt es deutlich: fossile Brennstoffe wie Erdöl und -gas bleibt ein Machtinstrument. Wer davon abhängig ist, zahlt einen hohen Preis. Doch es gibt Auswege.
Die Straße von Hormus rückt derzeit in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports passiert diese Meerenge. Wenn Lieferwege dort stocken, steigen die Preise weltweit – auch in Deutschland. Die aktuelle Krise verdeutlicht einmal mehr, wie verletzlich Länder sind, die auf fremdes Öl angewiesen bleiben. Die politische Dimension des Rohstoffs reicht dabei weit über den Nahen Osten hinaus.
Öl als politisches Druckmittel
Die Geschichte zeigt ein wiederkehrendes Muster. Schon in den 1970er Jahren kontrollierten die Opec-Staaten etwa drei Viertel des Welthandels mit Öl. Nach dem Angriff Ägyptens und Syriens auf Israel im Oktober 1973 drosselten die arabischen Ölstaaten ihre Fördermengen teilweise um die Hälfte. Der Ölpreis vervierfachte sich binnen weniger Monate. Inflation und steigende Arbeitslosigkeit folgten.
Deutschland erlebte damals autofreie Sonntage. Die Menschen spürten ihre Verwundbarkeit. Die zweite Ölkrise 1979 hing ebenfalls mit dem Iran zusammen. Westdeutschland reagierte mit Sparmaßnahmen und neuen Technologien. Damals wurde folgend verstärkt auf Erdgas und Kernenergie gesetzt. Doch damit entstand eine neue Abhängigkeit – diesmal von Russland.
Die Folgen zeigen sich weltweit
Aktuell trifft es Länder unterschiedlich hart. Pakistan bezieht 85 Prozent seiner Öllieferungen aus dem Nahen Osten. Die Regierung führte bereits drastische Sparmaßnahmen ein. Der Spritpreis stieg stark an. Öffentliche Angestellte arbeiten nur noch vier Tage pro Woche. Universitäten unterrichten online, Schulen bleiben geschlossen.
Auch die Philippinen führten eine verkürzte Arbeitswoche für viele staatliche Behörden ein. Andere Länder stehen besser da. China verfügt über hohe Reserven und importiert aus verschiedenen Regionen. Zudem fahren dort viele Menschen bereits elektrisch. Japan kann ebenfalls auf Reserven zurückgreifen.
Kuba zeigt das andere Extrem. Das Land deckt nur einen Teil seines Ölbedarfs selbst. Nach dem Wegfall Venezuelas als Lieferant leidet die Bevölkerung unter einer schweren Energiekrise. Die Wasserversorgung funktioniert eingeschränkt. Die Müllabfuhr fällt aus. Experten warnen vor möglichen Seuchen.
Erneuerbare Energien bieten einen Ausweg
Die Energiewende schützt nicht nur das Klima. Sie erhöht auch die eigene Sicherheit. Wer Strom vom eigenen Dach erzeugt, mit Wärmepumpe heizt oder elektrisch fährt, macht sich unabhängig von Preisschocks.
In Deutschland stammen bereits rund 60 Prozent des Stroms aus Erneuerbaren Energien. Beim Heizen und Autofahren sieht es anders aus. Viele Haushalte nutzen noch Öl und Gas. Deshalb treffen Energiekrisen Deutschland in diesen Bereichen weiterhin hart.
Die Technologien für eine stabile Versorgung existieren längst. Windkraft, Solarenergie, Batterien, Wärmepumpen und Elektroautos stehen zur Verfügung. Die Nachfrage nach diesen Alternativen stieg zuletzt deutlich.
Öl steckt in mehr als nur im Tank
Der Rohstoff bleibt trotz aller Veränderungen wichtig. Er landet nicht nur im Tank. Öl findet sich in Plastik, in Kunstfasern für Kleidung und in zahllosen Alltagsprodukten. Deutschland hängt heute insgesamt weniger vom Öl ab als früher.
Dennoch bleibt Rohöl der wichtigste Energielieferant weltweit. Die Ereignisse der vergangenen Jahre – vom Ukrainekrieg bis zur aktuellen Krise – zeigen: Wer abhängig bleibt, zahlt den Preis. Die Energiewende bietet einen Weg heraus. Sie schützt den Geldbeutel, das Klima und die eigene Unabhängigkeit.
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