AWE-Mitgründer Prof. Hundhausen deckt Rechenfehler zur Infraschallbelastung in BGR-Studie auf

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In einer 2009 veröffentlichten Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) blieb ein kapitaler Rechenfehler zur Berechnung der Infraschall-Belastung von Windkraftanlagen jahrelang unbemerkt. Gemeinsame Berechnungen des AWE-Mitgründers Prof. Martin Hundhausen (Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg) und des Umweltwissenschaftlers Dr. Stefan Holzheu (Universität Bayreuth) führten zu dessen Aufdeckung.

Bei der Auswertung ihrer Messwerte hatte sich die Bundesbehörde schlichtweg verrechnet. Der Fehler sei auf eine falsche Pro­gram­­mierung bei der Datenauswertung zurückzuführen. Der ermittele Wert für die Infraschallbelastung lag laut BGR-Studie „Der unhörbare Lärm von Windkraftanlagen“ bei einem Wert von bis zu 100 Dezibel. Die tatsächliche Belastung liegt jedoch nur bei bis zu 64 Dezibel – einen aufgrund des exponentiellen Wachstums um einen Faktor 4000 geringeren Wert.

Abweichende wissenschaftliche Erkenntnisse unterschiedlicher Behörden und Institute, die zu deutlich niedrigeren Belastungswerten kamen, waren laut Zeit jahrelang vom BGR nicht berücksichtigt worden. Prof. Hundhausen bemängelt den „systematischen Fehler“ in der Studie der Behörde, der dieser längst habe auffallen müssen.

Jahrelang wurde für den von Windkraftanlagen abgegebenen Infraschall ein viel zu hoher Wert angenommen. Fatalerweise diente dies Windkraftgegnern als ein Beleg für die vermeintlichen Gesundheitsgefahren, die von Windkraftanlagen ausgehen. Damit wurde nicht zuletzt der Widerstand von Anwohnern forciert, welcher zu den Hauptgründen zählt, warum der Ausbau der Windkraft in Deutschland in den letzten Jahren ins Stocken geriet. “Dieser Missstand führte bedauerlicherweise auch dazu, dass viele Projekte mit falschen Argumenten behindert oder gar verhindert worden sind. Nun muss leider sehr hart gearbeitet werden, bis diese Falschinformation ihre schädliche Wirkung wieder verliert.“, konstatiert Dr. Christian Herz, Vorstandsvorsitzender des AWE.

Durch die Fehlberechnungen des BGR sah sich der Bundeswirtschaftsminister Altmaier nun zu einem seltenen Schritt gezwungen. Er entschuldigte sich öffentlich für die fehlerhaften Berechnungen. »Es tut mir sehr leid, dass falsche Zahlen über einen langen Zeitraum im Raum standen«, sagte Altmaier laut Spiegel und versprach Aufklärung.